10. Etappe des Ökumenischen Pilgerweges von Kleinliebenau nach Merseburg

Das Gewitter gestern Abend kam doch noch über uns. Es blitzte und donnerte über unserem schützenden Zelt, doch der Regen prallte an den Zeltwänden ab. Wir und unsere Sachen blieben wunderbar trocken. Also konnten wir beruhigt schlafen und erwachten heute Morgen ausgeschlafen. Nachdem wir Zelt, Schlafsack und unser restliches Equipement verstaut hatten, machten wir uns wieder auf unseren Weg.

Zunächst führte dieser an einer Straße und unter der A14 entlang, aber bald wurde es idyllischer.

Wir liefen durch kleine sachsen-anhaltinische Dörfchen bis wir zu den alten Bergbbauseen kamen. Diese sind riesig und im Wallendorfer See kann man zudem gut baden. Eine schöne Abwechslung auf dem Weg an so einem schwül- warmen Tag wie heute. Im Hintergrund dieses Seepanoramas dampfen die Türme der Leuna-Werke.  Ein echt krasser Kontrast.

 

Nach kurzer Rast am Wallendorfer See und dem dortigen Keltischen Baumkreis kamen wir im kleinen, beschaulichen Luppenau an. Hier kann man das schöne, kleine Schlösschen anschauen.

Gleich neben dem Schloss befindet sich die Luppenauer Pilgerunterkunft „Frido“, die mir die nette Herbergsmutter, die ich zufällig traf, zeigte. Sehr hübsch und individuell. Eine Übernachtung in dieser schönen Unterkunft könnte mir auch gefallen.

Aber mein Ziel war heute Merseburg, denn hier wollte ich den Zug nach Hause nehmen. Ich habe mich entschlossen, die Pilgerreise zu unterbrechen. Mio macht die Wärme arg zu schaffen und in den nächsten Tagen soll es wieder noch wärmer werden. Das wollte ich meiner kleinen Fellnase dann doch nicht weiter antun. Mein Mann hat mir angeboten, ihn abzuholen, damit ich weiter pilgern kann. Das wollte ich dann auch nicht. Aber vielen lieben Dank für das tolle Angebot, mein Schatz.

Nun ja, die letzten Schritte nach Merseburg liefen sich gut weg und wir schlenderten noch ein wenig durch diese hübsche Stadt bevor wir in den Zug stiegen.

 

So, und nun liegen wir auf der heimischen Couch, müde, zufrieden und schon die nächsten Etappen im Kopf.

Fazit der Kurzpilgerreise:

Auch dieser Teilabschnitt war interessant und lehrreich. Nichtsdestotrotz finde ich manche Menschen rund um Leipzig nicht so entspannt und freundlich wie ich es von den vorangegangenen Etappen gewöhnt war. Vielleicht liegt es an der Hektik der Großstadt oder es war einfach purer Zufall. Wer weiß. Auf jeden Fall freue ich mich schon auf die nächsten Etappen im Weinbaugebiet Saale-Unstrut. Es wird landschaftlich bestimmt sehr, sehr schön und ganz ehrlich: Einen guten Wein werde ich auch nicht verschmähen.

Advertisements