Auf der 9. Etappe des Ökumenischen Pilgerweges von Leipzig nach Kleinliebenau

Gestern Abend sind Mio und ich schnell unter unseren göttlichen Mauern eingeschlummert. Mio wollte nicht auf seiner eigenen Decke liegen, sondern hat sich zu mir in den Schlafsack gequetscht. Auch schön. So haben wir gemeinsam gekuschelt.

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Heute morgen haben wir glattweg „verschlafen“. Um 08:11 Uhr sind wir erst aufgewacht. Aber wahrscheinlich haben wir den seeligen Schlaf nach dem anstrengenden Vortag dringend gebraucht.

Nachdem ich unsere Sachen zusammengepackt habe, sind wir gleich losgetigert. Unterwegs habe ich mir erst einmal einen Wachmacherkaffee To Go geordert. Der war auch bitternötig, denn wir mussten uns sprichwörtlich durch Leipzig kämpfen. Die Pilgermuschel als unsere Wegorientierung war irgendwann dank Baustellen und gefühlter Flut an sonstigen Aufklebern einfach weg. Ich denke, die Wegbetreuer leisten gute Arbeit, aber in Leipzig muss man wahrscheinlich gefühlt stündlich die Muschelwegweiser kontrollieren, was praktisch nicht möglich ist.  Aber wir haben uns fleißig durchgefragt und haben auch diese Hürde gemeistert.

 

Ab dem Zoologischen Garten und dem Rosental fanden wir wieder die geliebten Muscheln und tauchten in ein landschaftliches Idyll ein. Ich wusste gar nicht, dass Leipzig so grün ist.

Schnell ließen wir die pulsierende Großstadt Leipzig hinter uns, wanderten zunächst durch angenehm schattige Wälder und später an dem Wasserschutzdeich des Flusses Luppe entlang.

Es war wunderschön, doch gegen Nachmittag drückte die Hitze wieder erbarmungslos. Mio hat richtige Probleme mit der Wärme. Wir haben viele kleine Pausen gemacht, aber es scheint ihn ganz schön zu stressen. Hinzu kommt, dass er immer mal wieder hinkt. Morgen werde ich noch einmal prüfen wie er zurecht kommt und breche ggf. die Pilgerreise ab und starte zu einem späteren Zeitpunkt neu. Es bringt ja nichts, wenn einer von uns beiden leidet.

unsere heutiges Domizil

Auf jeden Fall hatten wir nach einem langen Endspurt unseren Zielort Kleinliebenau erreicht. Mit Hunden darf man hier nicht in die Herbergen, aber für Pilger wie Mio und mich steht ein Campingplatz zur Verfügung. Auch prima! Also haben wir auf dem Platz unser Zelt aufgeschlagen, eingerichtet und wollten nach einer reinigenden und erfrischenden Dusche noch etwas in der Campingkneipe essen.

Doch dort war bereits Küchenschluss. Oh, nein. Aber ein Paar kalte Wiener und ein süffiges Radler habe ich noch herausschlagen können. Danke für dein Angebot, meine liebe Anja, als Essenbote aus Halle gedüst zu kommen. Ich weiß das wirklich zu schätzen. Aber die Wiener haben den größten Hunger gestillt.

Mio und ich saßen nun noch ein wenig am Kleinliebenauer See und haben den Sonnenuntergang genossen. Eine tolle Aussicht, die in dieser Form wahrscheinlich nur der campende Pilger bestaunen darf.

 

Ja, und jetzt liegen wir entspannt vor unserem Zelt, werden demnächst in den Schlafsack krabbeln (wahrscheinlich wieder beide in einen) und hoffentlich schön schlummern.

Der Wind schiebt gerade Gewitterwolken Richtung Zeltplatz. Ich hoffe, wir bleiben verschont.

Ach, und wir haben übrigens wieder die echte 15-Muschel gefunden. Dieses Jahr befindet sich alle 15km eine echte Muschel mit der Zahl 15 angeschlagen, denn vor 15 Jahren wurde der Ökumenische Pilgerweg eröffnet.

Fazit des Tages:

Kommunikation ist alles. Nur kommunikativ konnten wir unsere Orientierungsprobleme in der Großstadt Leipzig lösen. Und Altes, wie eine Übernachtung auf einem Campingplatz, wiederentdecken, macht Freude. Ich habe als Jugendliche zum letzten Mal einen Campingplatz betreten. Es war schon ein weiteres, kleines und sehr schönes Abenteuer. Es hat Spaß gemacht.

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