Dresden – Die Frauenkirche aus Stein und Eis

Dresden, auch Elbflorenz genannt, verzaubert viele Besucher jedes Mal aufs Neue. Die sächsische Landeshauptstadt besticht durch das reiche kulturelle Angebot, die Kunstsammlungen, die barocke Architektur und nicht zuletzt durch das fast südländische Flair am Elbufer.

Ich liebe Dresden und reise immer wieder gern in die Elbestadt, sowie auch letztens. Dieses Mal wollte ich mir im Speziellen wieder die Frauenkirch und die Eiswelt Dresden anschauen.

Aber dazu gleich mehr…

Frauenkirche aus Stein

Zunächst stand ein Besuch in der Frauenkirche auf dem Neumarkt an, die ich so sehr liebe und deren Geschichte mir jedesmal fast die Tränen in die Augen treibt.

Etwas Geschichte: Die Frauenkirche wurde im 11. Jahrhundert als Missionarskirche aus Holz gebaut. Auf Grund immer weiter wachsender Gottesdienstbesucherzahlen wurde die Kirche mehrfach umgebaut.

Im 18. Jahrhundert war die Frauenkirche so baufällig, dass der Rat der Stadt Dresden beschloss, die Kirche abzutragen und komplett neu zu erbauen. Im Jahr 1727 wurde die Kirche nach dem Entwurf des Architekten George Bähr mit der steinernen Kuppel über dem Zentralbau nach dem reformatorischen Prinzip neu erbaut.

In den letzten Tagen des zweiten Weltkrieges wurde die Kirche am 13.02.1945 bei dem Bombenangriff auf Dresden stark beschädigt und fiel am 15.02.1945, zwei Tage später, auf Grund der Brandhitze in sich zusammen. Zur Erklärung: Die Frauenkirche ist aus Sandstein erbaut. Sandstein wird ab einer Temperatur von  über 600 Grad instabil. Und nach dem Bombenangriff in Dresden herrschten Brandtemperaturen von über 1000 Grad.

Nach der deutsch-deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1989 wurde von der sächsischen Landessynode der Wiederaufbau beschlossen. Im Zeitraum von 1993 bis 2005 wurde die Frauenkirche vom Schutt freigelegt und in mühevoller Kleinarbeit und mit Hilfe vieler Spendengelder wieder aufgebaut. Am 30. Oktober 2005 wurde die Frauenkirche vom sächsischen Landesbischof J. Bohl wieder geweiht.

Mein persönlicher Herzwärmer: Die beim Abtragen noch intakten Steine wurden katalogisiert und als Bausubstanz genutzt. Somit generieren sich heute noch etwa 40% der Sandsteine aus der 1945 zerstörten Frauenkirche und 60% aus neuen Sandsteinen. Wer Sandstein kennt, weiß dass er im Laufe der Jahre dunkel wird. Wenn man vor der Frauenkirche steht, sieht man zwischen den hellen, neuen Sandsteinen die alten Dunklen. Irgendwann werden die neuen Steine nachdunkeln und eine Einheit mit den alten Steinen bilden, ein Sinnbild für die Versöhnung.

Orgelandacht: Von Montag bis Freitag um 12 Uhr findet die Orgelandacht mit anschließender Erklärung der Kirchengeschichte statt. Diese kann ich nur empfehlen. Für Christen ist es ein kleiner Streifzug und ein kurzes Innehalten, für Weniger-Christen ein kurzer, nicht allzu schwerer Gottesdienst mit einer knackigen, weltgewandten Predigt des Pfarrers und einer sich anschließenden sehr interessanten Reise in die turbulente Geschichte der Frauenkirche. Lasst euch überraschen von der erstaunlichen Geschichte des Nagelkreuzes. Alle Gottesdienste und Andachten auf einem Blick findet ihr hier.

Frauenkirche aus Eis

Anschließend besuchte ich die grandiosen Eiswelten in der Königsbrücker Str. 96. Zu erreichten ist die Ausstellung z.B. mit den ÖPVN mit der Linie 7 Richtung Weixdorf (Haltestelle Heeresbäckerei).

Diese residiert jedes Jahr in einer anderen Stadt und nun noch bis zum 25.02.2018 in Dresden. Die Eiswelt ist die Ausstellung grandioser Eisfiguren, die von Künstlern aus 11 Ländern geschnitzt wurden.

Es sind neben der grandiosen Frauenkirche unter anderem Figuren aus Film, Märchen und Sport mit viel Liebe zum Detail dargestellt.

Wer die Ausstellung besuchen möchte, sollte sich warm anziehen, denn es herrscht im Ausstellungsraum eine Umgebungstemperatur von -8 Grad.

Es war wieder ein toller Tag im schönen Dresden, ein Tag an dem ich gestaunt, inne gehalten und mit anderen Menschen gebetet habe.

 

Mein Tag in Dresden darf nun noch zur Montagsfreude wandern.

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